Momente eines Abenteuers



Momente eines Abenteuers
Link: Heinze-Thomas.de

„Momente eines Abenteuers“ ist die Überschrift der Website von Thomas Heinze und mit dem treffenden Spruch von Aurelius Augustinus "Die Welt ist wie ein Buch - wer nicht reist, kennt nur eine Seite" bringt Thomas auf den Punkt, was Reisen für ihn bedeutet. Viele Reisen in ferne Länder heißt, viele Seiten des Buches der Welt kennen lernen und selbst die Erfahrung machen, wie der Alltag in anderen Ländern aussieht. Ein Kaffekränzchen sieht in Peru zum Beispiel ganz anders aus als in Europa, wie es uns Thomas mit seinem Lieblingsreisefoto verdeutlicht.

Ob die Durchquerung der Atacamawüste und die Ruinen von Machu Picchu in Peru, eine Fahrradfahrt über eine der gefährlichsten Straßen der Welt in Bolivien oder auch die Wasserfälle von Iguazu im Drei-Länder-Eck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Kein Ziel ist Thomas zu weit und kein Essen in fremden Ländern ist ihm zu exotisch. Beim Krokodilgrillen oder Meerschweinchenessen bricht das Eis zwischen der Kultur des Gringos und der Kultur der Einheimischen und das so gewonnene Vertrauen öffnet weitere Türen zum Kennenlernen fremder Völker. Thomas bietet auf seiner Website kostenlos Bildschirmschoner und Hintergrundbilder von seinen
Reisefotos an. Außerdem kann man sein neuestes Buch "Bis an die Grenzen Europas" und Poster sowie CD's kaufen.

7 Fragen an Thomas von http://www.heinze-thomas.de:

Warum hat Dich das Reisefieber gepackt bzw. gab es ein Schlüsselerlebnis dazu?
So genau lässt sich das gar nicht sagen, da ich schon als Kind mit meinen Eltern unterwegs war und später während der Schule und des Studiums mit Kumpels. Bei der ersten großen Reise nach Südamerika hatten sich ein paar Gegebenheiten zusammen geschoben, die sehr günstig waren, um aufzubrechen: Ich war ungebunden, mein Zeitvertrag wurde nicht verlängert und es drängte mich in die weite Welt.

Wann und wohin führte Dich Deine erste grosse Reise?
2004 flog ich nach Santiago de Chile und hatte den Rückflug von Quito (3 Monate später) auch schon gebucht. Die folgende Zeit bin ich vollkommen freihändig durch Chile, Argentinien, Bolivien, Peru und Ecuador gereist.

Was war Deine bisher schönste bzw. aufregendste Reise?
Meine dritte Reise durch Südamerika fand ich am schönsten, da man deutlich mehr von Land und Leuten sieht wenn man eben zumindest ein wenig die Sprache und die Kultur kennt. Es gab natürlich auch wirkliche Höhepunkte wie Feuerland, den Foz de Iguazu, den Salar de Uyunie, die bolivianischen Anden, ..... Außerdem war die komplette Zeit meine Freundin mit dabei und geteile Erlebnisse sind nun mal wertvoller.

Was war Deine bisher längste Reise und wie lange warst Du unterwegs?
2007 reiste ich "Bis an die Grenzen Europas". Innerhalb von vier Monaten legten wir 25.000km durch 14 Länder zurück und bereisten die komplette Kontinentgrenze von Europa und Asien.

Für die genaue Reiseroute habe ich einfach mal die Beschreibung meiner beiden Diavorträge zu dieser Reise eingefügt:

Teil 1 „Bis an die Grenzen Europas- Ural, Aral, Tien Schan“ hat das Baltikum, Moskau und die ehemalige GULAG-Stadt Workuta zum Thema. Über den verschneiten polaren Ural geht es zum gewaltigsten sibirischen Strom: dem Ob. Im zentralen Ural verhaftet uns der russische Geheimdienst FSB. Jekaterienburg und das Zentrum der russischen Rüstungsindustrie Magnitigorsk waren die nächsten Etappen bevor es durch die kasachischen Steppen zum Kaspischen Meer weiter ging. Hier besuchten wir eine muslimische Pilgerstätte in der Wüste. Der austrocknende Aralsee mit in der Wüste liegenden Fischkuttern war vielleicht der bizarrste Teil der Reise. Schluss des ersten Teils bildet unsere Überquerung des Tien Schan Gebirges zu Fuß, wobei wir Kasachstan verlassen und illegal Kirgisien erreichen.

Teil 2 „Bis an die Grenzen Europas- Seidenstraße, Kaukasus, Istanbul“ - Kirgisien mit seinen farbenfrohen, quirligen Basaren und dem Tien Schan ist der Beginn des zweiten Teils. Es geht weiter nach Usbekistan zu den Städten der Seidenstraße: Samarkand, Taschkent, Buchara, Chiwa. Durch Aserbaidschan geht es weiter nach Georgien. Hier treffen wir auf Freunde und besuchen die jahrtausendealten Klöster und Felsenstädte im Kleinen Kaukasus. Im Hohen Kaukasus versuchen wir den Kasbek (5045m NN) zu besteigen und fahren unter bewaffneten Polizeischutz in die extrem abgelegene Gegend von Swanetien. Hier leben die Menschen stellenweise noch in jahrhundertealten Wehrtürmen. Nach einem Stopp am Schwarzen Meer fahren wir bis Istanbul und treffen hier auf zwei Freunde mit denen wir in einem Kleinlaster heimfahren.

Was war Dein positivstes Reise-Erlebnis und wo hast Du es erlebt?
Da gibt es natürlich vieles: Die georgische Gastfreundschaft fand ich beispielsweise unglaublich, kleine Märkte im Hinterland der Hochanden, die Gletscher Patagoniens oder einfach nur die erste Hütte, die man nach einer mehrtägigen Wanderung durch menschenleeres Gebiet erreicht.

Was war Dein negativstes Reise-Erlebnis und wo hast Du es erlebt?
Unsere Festnahme durch den FSB (ehemaliger KGB) im Uralgebirge Russlands war schon arg nervenzehrend. Am schlimmsten finde ich aber die unfreundlichen oder unehrlichen Menschen, die es überall gibt und die einem den ganzen Tag verderben. Sie wissen gar nicht wie sehr sie dem Ruf ihres Landes schaden.

Warst Du unterwegs schon einmal ernsthaft in Gefahr?
Brenzlige Situationen gibt es natürlich ab und zu. Ich versuche sie so gut es geht weiträumig zu "umfahren". Ein krasses "Beinaheunglück" passierte meiner Freundin: Nur wenige Tage nach unserer "Bis an die Grenzen Europas"-Tour hatte sie eine akute Blinddarmentzündung und wurde keine Stunde nach der Krankenhausnotaufnahme notoperiert. Wäre uns dies während der Reise beispielsweise bei der Tien-Schan-Überquerung mitten in menscheleerem Gebiet passiert, möchte man sich die Konsequenzen gar nicht vorstellen.


Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn weiter oder setzen Sie ein Lesezeichen: Bookmark and Share