Via Appia Antica und Caracalla Thermen
Ganz in der Nähe nördlich des Kolosseums sollte man es nicht versäumen, die Basilika San Pietro in Vincoli (Sankt Peter in Ketten) zu besuchen. Die Kirche findet man an der Via Cavour auf Höhe der gleichnamigen
Metrostation. Nach Besteigen der dortigen Treppen kommt man direkt zur
Piazza San Pietro in Vincoli. Die Kirche liegt etwas versteckt, ist aber auf jedem Stadtplan zu finden.
Die Reliquien, die es hier zu sehen gibt, sind die Ketten mit denen
Petrus der Überlieferung nach im Marmertinischen Kerker gefesselt war. Man findet sie in einer Glasvitrine unterhalb des Altars. Berühmt ist die Basilika außerdem durch das Grabmal für Papst Julius II. Das von Michelangelo geschaffene Grabmal zeigt die Skulpturen Rahels und Leas, der beiden Frauen Jakobs sowie Moses mit den Gesetzestafeln, eine der bedeutendsten Skulpturen Michelangelos. Er schuf sie zwischen 1513 und 1516. Aufgrund eines Übersetzungsfehlers aus dem Hebräischen stellte Michelangelo Moses mit Hörnern auf der Stirn dar.
Via Appia Antica
Anschließend startet man den Ausflug zur Via Appia Antica mit den berühmten und sehenswerten Katakomben der Christen. Von der Basilika San Pietro in Vincoli steigt man die Treppen hinab zur Via Cavour. Nach Überquerung der Straße führt eine weitere Treppe hinunter zur Metrostation Cavour. In Richtung Rebibbia fährt man eine Station bis zur Stazione Termini. Nach Umsteigen in Linie B, Richtung Anagnina, verlässt man die Metro und steigt in den Bus Richtung Via Appia Antica.
Nach einer 20-minütigen Busfahrt durch die Außenbezirke Roms erreicht man die Endstelle des Busses, die Via Appia Antica. Die gesamte Hin- und Rückfahrt ist mit dem Roma Pass kostenlos.
Beim Betreten der Via Appia Antica spürt man bereits ihre antikes Alter. Große, grobe Steine, bilden eine sehr unebene Oberfläche und ermöglichen nur langsames und vorsichtiges Gehen. Vorbeifahrende Fahrzeuge fahren nur im Schritttempo oder noch langsamer, um bloß keine Fahrzeugschäden zu verursachen. Beim Spazieren über die Via Appia Antica fällt es sehr leicht sich vorzustellen, wie zu damaliger Zeit die Römer gemächlich diese Straße auf und ab flanierten.
Auffällig sind die vielen Gräber und Grabmäler entlang der Straße. Zu damaliger Zeit war es nicht gestattet innerhalb der Stadtmauern Tote zu bestatten und so kam es dazu, dass sie entlang der Via Appia beerdigt wurden. Von der Bushaltestelle nach rechts gehend endet die alte Pflasterung und geht in eine asphaltierte Oberfläche über. Hier geht die Via Appia Antica in die Via Appia über. Die Fahrzeuge, die ab dieser Stelle wieder, ohne Schäden befürchten zu müssen, Gas geben können, tun dies auch und man sollte sich vor diesen total genervten Autofahrern besser in Acht nehmen.
Grabmal der Caecilia Metella
Im weiteren Verlauf der Straße befindet sich auf der rechten Seite das Grabmal der Caecilia Metella. Das im ersten Jahrhundert v. Chr. erbaute Grabmal wird von einem 11 m hohen und mit 20 m Durchmesser schon von weitem sichtbaren Turm bestimmt. Der Eintritt zum Grabmal ist mit dem Roma Pass kostenlos bzw. ermäßigt möglich. Beim Betreten des Turmes sollte man sich nicht erschrecken, denn überall umherfliegende Tauben nutzen den Zugang als kühles Plätzchen zum Ausruhen und flüchten natürlich, wenn sich Menschen nähern. So kann es vorkommen, dass man beim Betreten des Turmzugangs völlig unerwartet von einem halben Dutzend entgegenkommenden Tauben umschwirrt wird.
Eine kleine aber feine Ausstellung, die über eine Treppe erreicht werden kann, stellt anschaulich dar, wie damals in unterirdischen Steinbrüchen Gestein für den Bau von Straßen und Gebäuden gewonnen wurde.
Katakomben der Christen
Nach Verlassen des Grabmals der Caecilia Metella geht es nach rechts durch die von Pinien und Zypressen gesäumten Straße weiter in Richtung Calixtus-Katakomben (Catacombe di San Callisto). Dabei handelt es sich um einen weit verzweigten unterirdischen Friedhof der Christen über vier Etagen, in dessen labyrinthartigem Verlauf man sich leicht verlaufen könnte. Aus diesem Grund ist das Betreten nur mit einem Führer gestattet. Die Führung ist nicht unter Anrechnung des Roma Passes möglich. Die Führungen werden in allen möglichen Fremdsprachen durchgeführt und so wartet man nach dem Kauf der Eintrittskarte ab, bis die nächste Führung in der gewünschten Sprache ausgerufen wird und schließt sich einfach an.
Nach kurzer Einführung in die geschichtliche Entwicklung geht es eine steile Treppe hinab in die sehr kühlen Katakomben. Die Führung durch die Katakomben dauert ca. 45 Minuten und es ist auch bei sommerlicher Hitze sinnvoll eine leichte Jacke dabei zu haben. Während der Grabführung wird auf besondere Fresken oder Darstellungen in einzelnen Grabkammern hingewiesen. Besonders erwähnt sei an dieser Stelle die Krypta der Päpste und die Krypta der heiligen Caecilia. Das Fotografieren oder Filmen ist den Katakomben nicht erlaubt und da es überall Überwachungskameras gibt, sollte man es auch besser gar nicht erst versuchen.
Nach Verlassen der Katakomben empfiehlt sich die Besichtigung der Kirche des San Sebastiano, eine weitere der sieben Pilgerkirchen Roms. Anschließend verlässt man das Gelände über die Via Appia nach links in Richtung Bushaltestelle und wartet auf der rechten Straßenseite auf den nächsten Bus. An der Haltestelle der Caracalla Thermen steigt man aus.
Caracalla Thermen
Nähert man sich den Caracalla Thermen, den Terme di Caracalla, ist man mehr als erstaunt über ihre enorme Größe. Die Caracalla Thermen waren kein größeres Schwimmbad, sondern ähneln in ihrer Ausdehnung von 330 m x 330 m eher an ein heutiges Freizeitbad oder an einen Wasserpark. Als sie im Jahre 216 von Kaiser Caracalla eröffnet wurden, konnten sich hier bis zu 2000 Besucher in ihrer Freizeit amüsieren. Der Eintritt war frei und neben heißen und kalten Schwimmbecken gab es eine Bibliothek, Gymnastikräume und diverse Geschäfte. Das Heizsystem galt als das modernste und ausgeklügeltste der Antike. Die Caracalla Thermen waren bis zum Jahr 536, also über 300 Jahre lang, in Betrieb. Dann wurden sie von den Goten zerstört.
Das Gelände der Caracalla Thermen ähnelt mit seinen Wiesen und den überall stehenden Bänken einem großen Park. Hier kann man einen anstrengenden Besuchstag sehr gut ausklingen lassen. Bus und Metro sind ganz in der Nähe. Die Thermen liegen genau südlich des Kolosseums. Entfernung ca. 1,2 km Luftlinie.
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