Vatikanstadt und Vatikanische Museen

Vatikanstadt - Petersdom - Petersplatz - Sixtinische Kapelle



Ein Muss für jeden Romtouristen ist der Besuch der Vatikanstadt mit dem Petersdom, dem Petersplatz, den Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle. In Verbindung mit der Besichtigung weniger anderer Sehenswürdigkeiten muss dafür ein ganzer Tag eingeplant werden. Die Vatikanstadt liegt ca. 2 km Luftlinie östlich der Fontana di Trevi und man erreicht sie ganz gut mit der Metro.

Engelsburg

Ganz in der Nähe der Vatikanstadt befindet sich die Engelsburg, das Castel Sant' Angelo. Tipp für Fotografen: Vormittags ist das beste Licht, um die Engelsburg und auch den Petersdom mit Petersplatz zu fotografieren. Nachmittags fotografiert man den Petersdom mit vollem Gegenlicht.

Man fährt am besten mit der Metro zur Station Lepanto. Von dort geht man südlich Richtung Engelsburg, die man nach ca. 15 Minuten Fußweg erreicht. Entlang des Tiberufers gehend, entdeckt man bereits von Weitem die Engelsburg und die Brücke Ponte Sant' Angelo, die von der Engelsburg über den Tiber führt und zu den schönsten antiken römischen Brücken gehört.

Wer die Engelsburg besichtigen möchte, sollte dies auf den Nachmittag verschieben, denn jetzt steht zunächst die Vatikanstadt auf dem Plan. Die meiste Zeit benötigt man für die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle. Deswegen empfiehlt es sich damit zu starten.

Auf dem Weg zu den Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle geht man von der Engelsburg zunächst direkt geradeaus über die Via della Conciliazione auf den Petersplatz und den Petersdom zu. Die Straße wird von vielen Reisebussen befahren und man kann sich vorstellen, welcher Besucheransturm zu erwarten ist. Erreicht man den Petersplatz geht man rechts vorbei Richtung Vatikanische Museen.

Online-Ticket für Vatikanische Museen und Sixtinische Kapelle

Tipp: Um das stundenlange Schlangestehen an den Kassen der Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle zu umgehen, gibt es die Möglichkeit die Eintrittskarte vorher mit der Kreditkarte über das Internet zu kaufen. Man muss allerdings das Datum fest benennen und die gewünschte Uhrzeit des Eintritts. Für die Vorbuchung wird eine zusätzliche Gebühr erhoben. Aber diese Gebühr ist Goldes wert, wenn man Zeitersparnis und nutzloses Schlangestehen gegenrechnet. Das Ticket gilt für beide Sehenswürdigkeiten. Die Sixtinische Kapelle ist in den Rundgang durch die Vatikanischen Museen integriert.

Mit dem Online-Ticket in der Hand geht man einfach direkt zum Einlass, wird von einem Wärter direkt vorbeigelassen, passiert die Taschenkontrolle und tauscht dann das Online-Ticket an einer beliebigen Kasse in ein reguläres Ticket um. Die ganze Prozedur dauert keine 5 Minuten und man kann den Museumsbesuch starten. Dass der Roma Pass in der Vatikanstadt nicht gilt, sei nur ergänzend erwähnt.

Start mit der Sixtinischen Kapelle

Besonders Kunstinteressierte können sich in den vielen Museumsshops Kunstführer kaufen. Den meisten Besuchern werden die Informationen aus einem üblichen Reiseführer genügen. Auch hier ein Tipp: Um dem Besucherandrang ein wenig zu entgehen, sollte man direkt in der Sixtinischen Kapelle starten. Also geht man zunächst im Eilschritt an allen Besuchern und Kunstwerken vorbei in Richtung der Sixtinischen Kapelle. Zahlreiche Wegweiser sorgen dafür, dass man sich nicht verläuft.

Da man auf dem Weg viele berühmte Meisterwerke von Malern und Bildhauern entdeckt, wird man automatisch immer langsamer und macht häufige Stopps, um viele Kunstwerke doch etwas intensiver zu betrachten. So wird häufig der Plan mit der Sixtinischen Kapelle zu starten meistens schnell ad acta gelegt. Solange man die Uhr nicht zu sehr aus den Augen lässt und sich unterwegs in nicht allzu viele Kunstwerke verguckt, ist das nicht weiter schlimm.

Der Finger Gottes

Endlich in der Sixtinischen Kapelle angekommen, raubt es einem fast den Atem. Sie ist viel größer als man sich eine Kapelle vorstellt und ihr Aussehen prächtiger als man es erwartet hat, auch wenn man sich vorher viele Darstellungen in Büchern angesehen hat. Alle Wände und die Decke sind mit Meisterwerken nur so übersät. Man hat Mühe das von Michelangelo gemalte Bild der Schöpfung Adams zu entdecken. Dabei erweckt die Berührung mit dem Finger Gottes Adam zum Leben. Das zu den berühmtesten Werken Michelangelos zählende Gemälde ist in etwa in der Mitte der Decke zu finden.

 

Es lohnt sich darauf zu warten auf einer der langen Bänke an den Wänden der Sixtinischen Kapelle Platz zu nehmen und das Ganze eine Weile auf sich wirken zu lassen. Das Fotografieren ist zwar nicht erlaubt, aber wenn es nicht übertrieben wird und kein Blitz eingeschaltet ist, übersieht es das Wachpersonal schon mal. Typisch römisch.

Es wäre müßig an dieser Stelle von allen Kunstwerken der Vatikanischen Museen zu berichten. Die zu den größten Kunstsammlungen der Welt gehörenden Vatikanischen Museen sind so umfangreich, dass man Jahre bräuchte, um alles in Augenschein zu nehmen. Am besten erkundigt man sich vorher, was einen interessiert und steuert dies gezielt an.

Petersplatz und Vatikanische Grotten


Nach einer Stärkung im Museumscafé und einer erholsamen Rast in den vatikanischen Gärten verlässt man die Vatikanischen Museen und geht auf demselben Weg, auf dem man gekommen ist, zurück zum Petersplatz.

Nach einem kurzen Rundgang über den Platz, der Bewunderung von Brunnen und Obelisk geht es in Richtung Petersdom - und zwar zur rechten Seite des Petersdoms. Hier gibt es übrigens Schließfächer für Taschen. Weiter rechts entlang geht es zu den Vatikanischen Grotten. In den Vatikanischen Grotten des Petersdoms wurden die Päpste der Neuzeit begraben. Vor dem Grab Johannes Paul II. stehen die meisten Besucher. Viele von ihnen knien vor seinem Grab und beten. Johannes Paul II. wird auch heute noch sehr verehrt.

Es gibt außerdem die Möglichkeit sich die Nekropole unter dem Petersdom in einer 90-minütigen Führung anzusehen. Dort werden noch heute Ausgrabungen durchgeführt und man kann das Grab von Petrus (vermutlich) ansehen und einen aus seiner Zeit stammenden Handknochen. Die Tour durch die Nekropole kann nur nach schriftlicher Anfrage mit 20 Tagen Vorlauf über das Ufficio Scavi gebucht werden. Nachfragen, ob es Stornierungen gegeben hat und man dafür einspringen darf, sind natürlich möglich, aber keine Garantie für eine Besichtigung. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des Vatikan.

Petersdom

Nach Verlassen der Vatikanischen Grotten steigt man Treppen hinauf und kommt direkt im Petersdom heraus. Man geht zunächst zum Eingang des Petersdoms, schaut durch das Mittelschiff über den Papstaltar bis hin zur Apsis und lässt ein paar Minuten die enorme Größe des Petersdoms auf sich wirken.

Zu den bedeutendsten Kunstwerken im Petersdom gehört ohne Zweifel die Pietá von Michelangelo. Sie wird durch Panzerglas geschützt und ist direkt rechts am Beginn des Mittelschiffs zu finden. Auch hier lohnt es sich ein paar Minuten inne zu halten und sich das Meisterstück intensiv anzusehen. Beim weiteren Kirchenrundgang gibt es zahlreiche weitere berühmte Kunstwerke zu sehen. Es empfiehlt sich den Reiseführer vorher zu studieren, damit man nichts verpasst, was einen besonders interessiert.

Aber auch ohne detaillierte Kenntnisse über die Kunstwerke des Petersdoms kommt man aus dem Staunen über die Größe des Doms nicht heraus. Das Innere der Kirche ist 211 m lang und 187 m breit. Im Kuppelbereich hat der Petersdom eine Höhe von 119 m und selbst das Mittelschiff ist 45 m hoch. Der Bau des Petersdoms begann im Jahr 1506 und endete erst 117 Jahre später. Ein weiteres Highlight bei der Besichtigung des Petersdoms ist die Besteigung der Domkuppel.

Aufstieg zur Kuppel des Petersdoms


Nach Verlassen des Petersdoms geht man nach links wieder in Richtung der Vatikanischen Grotten. Wer aufmerksam war, hat bereits bei deren Besichtigung bemerkt, dass sich rechts neben dem Eingang zu den Vatikanischen Grotten der Aufstieg zur Kuppel des Petersdoms befindet. Hierfür ist Eintritt zu zahlen. Es gibt zwei Kategorien für das Eintrittsgeld. Die erste ist ein wenig niedriger als die zweite und beinhaltet die komplette Besteigung zu Fuß. Bei der zweiten Kategorie spart man durch die Fahrt mit einem Aufzug ca. 200 der insgesamt zu erklimmenden 537 Stufen.

Der Fahrstuhl endet am unteren Teil des Inneren der Domkuppel. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf den Papstaltar und die Apsis. Aus Sicherheitsgründen ist dieser Teil mit einem hohen Gitter versehen und ein Wärter passt auf, dass sich die Besucher korrekt verhalten.

Von hier geht es durch das oberhalb der inneren Domkuppel führende Treppenhaus. Über eine Wendeltreppe erreicht man schließlich sehr enge Treppengänge, deren linke Seitenwand immer schräger wird je höher man kommt. An manchen Stellen ist man geneigt sich an der rechten Wölbung der inneren Domkuppel abzustützen um nicht umzufallen. Aber keine Panik, diesen Weg schaffen täglich tausende von Besuchern.

Oben angekommen erwartet einen zunächst ein unglaubliches Gedränge. Ob man zuerst nach links oder nach rechts geht, ist ziemlich egal. Hat man es geschafft sich nach ganz vorne zu drängen, wird man mit einem wunderschönen Blick über Rom belohnt. Es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick in alle vier Himmelsrichtungen zu werfen, auch wenn dies mit immer neuen Drängeleien und Wartereien verbunden ist.

Nach dem Abstieg von der Domlaterne kann man vor dem Herunterfahren mit dem Aufzug noch eine kurze Rast auf dem Kuppeldach einlegen. Hier gibt es außerdem einen Souvenirladen und Toiletten.

Die Schweizergarde


Der Fahrstuhl endet im Petersdom. Geht man nach Verlassen des Petersdoms nach rechts, kommt man zu einem Wachposten der Schweizergarde. Ganz anders als ihre englischen Kollegen unterhalten sie sich mit den Leuten und stehen nicht mit starrer Miene unbeweglich in ihrem Wachhäuschen. Vorteilhaft für deutsche Touristen ist es, dass sie nur schweizerdeutsch sprechen.

Ein Tipp: Bittet man einen Schweizergardisten um Eintritt zum Campo Santo Teutonico oder zeigt ihm einen handgeschriebenen Zettel mit dieser Aufschrift, so wird man zur Besichtigung des "Deutschen Friedhofs" ohne Probleme durchgelassen. Es lohnt sich auf jeden Fall diesen idyllischen Ort anzuschauen.

Besichtigung der Engelsburg


Mittlerweile ist es schon später Nachmittag und auf dem Weg zurück kann man noch die Engelsburg besichtigen. Mit dem Roma Pass hat man hier freien oder ermäßigten Eintritt. Die Engelsburg war ursprünglich das Mausoleum von Kaiser Hadrian, wurde aber im Laufe der Zeit in eine Burg umgebaut und diente fortan als Zufluchtsort der Päpste. Ab 1901 wurde die Engelsburg schließlich in ein Museum umgewandelt.

Der Zugang zu den Räumen der Engelsburg führt über eine 120 m lange antike Rampe spiralförmig nach oben zur Schatzkammer. In insgesamt 58 teilweise mit wunderschönen Fresken verzierten Räumen findet man neben der Schatzkammer, Informationen zur Baugeschichte, eine Waffensammlung, das Gefängnis und Lagerräume.

Nach Erreichen der Dachterrasse kann man den Ausblick über die Ponte Sant' Angelo, auf den Tiber, das Monumento Vittorio Emanuele II. und den Petersdom genießen.

Nach Verlassen der Engelsburg fühlt sich der Weg zur Metrostation sehr, sehr weit an und man ist froh diesen wohl anstrengendsten Besichtigungstag geschafft zu haben. Voll von wunderbaren Eindrücken beendet man diesen Tag in einem schönen Restaurant und belohnt sich mit einem köstlichen italienischen Abendessen.


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