Picasso und die Meister



Die Ausstellungskuratorin Anne Baldassari, die sonst das Picasso-Museum in Paris leitet, hatte es gemeinsam mit ihrem Team und dank ihrer guten Kontakte zu anderen Museen geschafft, 220 Werke aus New York, St. Petersburg, London, Barcelona, Madrid und Berlin in Paris gemeinsam zu zeigen.

Unschätzbarer Wert

Die ausgestellten Werke hatten einen geschätzten Wert von zwei Milliarden Euro. Diese Ausstellung sollte deutlich machen, wie sich Picasso immer wieder von seinen großen Vorbildern Delacroix, El Greco, Goya, Velàzquez, Tizian, Cézanne, Manet oder Rembrandt hat beeinflussen und inspirieren lassen. Zum ersten Mal waren die Venus von Tizian, die Olympia von Manet und die Maja von Goya an einem Ort vereint. Diese geballte Präsentation solcher weltweit bedeutenden Werke darf als einmaliges Mega-Event der Kunst betrachtet werden. Dass dies alles allein wegen Pablo Picasso möglich war, deutet einmal mehr auf seine besondere Bedeutung hin.

Pablo Picasso - Les Femmes d'Alger, Frauen aus Algier - Ein zweites Beispiel aus Picassos Bilderserie "Les Femmes d'Alger". Das Gesicht ist gemalt in Simultanansicht und Körper und Gliedmaßen in dem für ihn typischen surrealen Stil.
Foto: ©Yeome

Picasso zum Kennenlernen

Die Ausstellung "Picasso und die Meister" war eine einmalige Gelegenheit für alle Kunstliebhaber sich dem Schaffen des Meisters zu nähern. Wer bis dahin nichts oder wenig mit Picassos Malerei anfangen konnte, der bekam in dieser Ausstellung einen umfassenden Eindruck davon, wie intensiv sich Picasso mit den Werken seiner "Malerkollegen" beschäftigt hat. Dabei wird auch in sehr frühen Jahren seiner Schaffenszeit deutlich, dass Picasso ohne Übertreibung als Genie der Kunst bezeichnet werden darf. Seine Bleistiftskizzen antiker Statuen sind derart präzise und detailliert, dass fast der Eindruck entsteht, eine Fotografie vor sich zu haben. Schon früh gab sein Vater und erster Lehrer es auf Picasso bei der Entwicklung seines Talents weiterzuhelfen, weil er einsah, dass er seinem Sohnes nichts mehr beibringen konnte.

Dass sich Picasso immer wieder von den großen Werken anderer großer Malern hat inspirieren lassen, zeigt wie besessen er von der Malerei war. Es schien als wollte er all die Fähigkeiten seiner genialen Vorgänger aufsaugen, um sie anschließend in seinem eigenen Stil neu zu interpretieren. Allein Delacroix's Werk "Die Frauen von Algier" hat Picasso 15 verschiedenen eigene Bilder gewidmet, die allesamt im Louvre zu sehen waren - direkt neben dem Original. Ein Traum Picassos, der wahr geworden ist. 

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