Reiseführer Lanzarote - Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote
Lanzarote,
die nordöstlichste der Kanarischen Inseln, ist wie ihre Nachbarinsel Fuerteventura
vulkanischen Ursprungs. Das wird dem Reisenden schon beim Anflug auf die Insel
deutlich, denn streckenweise hat man das Gefühl, sich einer Mondlandschaft zu
nähern. Überall auf Lanzarote gibt es Zeugnisse des Vulkanismus.
Für die
Augen der Reisenden ist es schon ungewöhnlich, dass die Kakteen, Palmen und
sonstigen Zierpflanzen in den sehr gepflegten Grünanlagen aus einer
tiefschwarzen steinigen Erde wachsen. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn
man in die Gegend von La Geria kommt. In diesem Tal
wird Wein angebaut, der in
Mulden wächst. Zum Schutz vor Wind sind diese noch von halbkreisförmigen Mauern
aus schwarzen Lavasteinen umgegeben. Das netzförmige Muster, das sich aufgrund
dieser besonderen Anbaumethode durch die Landschaft zieht, bietet ständig einen
neuen interessanten Anblick.
Vulkanlandschaft des Timanfaya
Die
zerstörerische Kraft des Vulkanismus, der aber auch immer wieder neue, bizarre
Landschaften entstehen lässt, zeigt sich besonders eindrucksvoll im Gebiet des
Timanfaya Nationalparks. Gewaltige Vulkanausbrüche formten hier im 18.
Jahrhundert eine riesige Mondlandschaft. Auf einer geführten, mehrsprachigen
Busrundfahrt kann man den Park erkunden. Am Ausgangspunkt der Touren zeigen die
Parkwärter in verblüffenden Experimenten, wie heiß die Erde hier noch
unmittelbar unter der Oberfläche ist.
Der in
vielen Prospekten und Reiseführern beschriebene Dromedarritt durch die
Vulkanlandschaft macht zwar eine Menge Spaß, einen wirklichen Eindruck von der
Beschaffenheit des Nationalparks bekommt man dabei aber nicht. Es geht auf
einem Dromedar in zockelndem Tempo eine Weile bergauf, dann wird gewendet und
der Weg führt wieder zurück. Das Ganze dauert ungefähr 20 Minuten.
César Manrique - Architekt der Insel
Neben der
Urgewalt des Vulkanismus, die Lanzarote in weiten Teilen formte, gibt es noch
einen zweiten Faktor, der diese Insel geprägt hat; und das ist das
künstlerische Werk des Malers und Architekten César Manrique. In einer Symbiose
aus Vulkanismus und Kunst hat er auf seiner Heimatinsel vor allem
architektonische Kunstwerke geschaffen. So hat er Gebäude in Lavablasen oder
Lavatunnel gebaut, die sich vollkommen harmonisch in das Gestein einfügen. Aber
auch in die sie umgebende Natur, so dass sie auf den ersten Blick oft gar nicht
zu erkennen sind. Viele dieser Gebäude - so auch sein ehemaliges Privathaus -
sind inzwischen Sehenswürdigkeiten ersten Ranges.
Manrique
hat auch Einfluss auf den touristischen Ausbau Lanzarotes genommen. So findet
man hier nicht die üblichen "Bettenburgen", sondern viele ganz
individuell gestaltete Hotel- oder Appartmentanlagen. Dennoch ist die Insel
touristisch voll erschlossen. Das hat viele Vor-, aber natürlich auch einige
Nachteile.
Günstig einkaufen
Es gibt
überall eine große Auswahl an Restaurants, Pubs oder Bars, an Lebensmittelgeschäften
oder sogar Supermarktketten. Man ist also nicht auf die Hotelverpflegung
angewiesen, sondern hat genug andere Möglichkeiten, sich zu versorgen. Dabei
sind die Preise erfreulicherweise auch nicht überzogen. Von einem
"Inselaufschlag", wie er woanders gern erhoben wird, kann hier
wirklich nicht die Rede sein.
Strände auf Lanzarote
Die
Strände sind - bis auf Puerto del Carmen - allerdings nicht sehr weitläufig und
oft mit unzähligen Reihen von Sonnenliegen und -schirmen zugestellt. Da kann es
schon mal recht eng werden!
Die
vielgepriesenen "Papageienstrände" stellt man sich nach den diversen
Beschreibungen auch anders vor. Über eine bucklige, staubige Piste wird man zu
verschiedenen Parkplätzen geführt, von wo aus man über ebenso staubige Fußwege
teils steil bergab zu den einzelnen Stränden gelangt. Das alles in der prallen
Sonne, Badelatschen an den Füßen und bepackt mit Schwimmzeug und Verpflegung.
Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Von Ruhe und Abgeschiedenheit keine
Spur. Aber so ist das eben: die vermeintlichen "Highlights" möchte
natürlich jeder gesehen haben.
Das
Klima im Allgemeinen ist sehr angenehm. Die Kanarischen Inseln werden ja auch
gerne als die "Inseln des ewigen Frühlings" bezeichnet. Da ständig
ein mehr oder weniger starker Wind geht, lässt sich auch Hitze gut ertragen.
Abends wird es dadurch oft sogar angenehm frisch.
Erkundung im Mietwagen
Eine Erkundung der Insel mit dem Mietwagen bietet sich förmlich an. Zum einen, weil die Insel nicht zu groß ist und zum anderen, weil ein Mietwagen sehr preiswert zu bekommen ist. Eine 3-Tages-Tour ist dabei völlig ausreichend.
Als Programm für den ersten Tag bietet sich beispielsweise an: Besuch des Marktes in Teguise, Fahrt durch die Mitte der Insel nach Yaiza, Ritt auf dem Dromedar und Besichtigung des Timanfaya-Nationalparks. Ganz in der Nähe, bei El Golfo befindet sich eine weitere sehr bekannte Sehenswürdigkeit der Insel. Es handelt sich dabei um einen Vulkankrater, in dem eine grüne Lagune entstanden ist (Lago Verde). Weiter geht es nach La Santa, Famara und am späten Nachmittag erreicht man Arrecife.
Der zweite Tag beginnt mit der Fahrt nach Tahiche, um das Haus von César Manrique zu besichtigen. Danach geht es zur Kirche Ermita de las Nieves in den Bergen bei Famara. Allein die sich dort bietende Aussicht auf die Famara-Küste und über den Atlantik ist einen Besuch wert. Weiter geht es zum Mirador del Rio und nach Orzola. Anschließend empfiehlt sich der Besuch der Höhle Cuevas de los Verdes. Sie ist Teil des längsten Lavatunnels der Welt und sehr sehenswert. Besonders verblüfft ist man nach der Vorführung einer optischen Täuschung. Nach einem Stopp bei Jameos del Agua, ein Lavatunnel in den der allgegenwärtige César Manrique ein Haus hinein gebaut hat, geht es abschließend zum Jardin de Cactus.
Der dritte Tag beginnt mit der Besichtigung des noblen Yachthafens von Puerto Calero. Dann fährt man nach Playa Blanca und zu den Papagayo-Stränden. Abschließend geht es nach Puerto del Carmen, um z. B. Souvenirs zu kaufen. Wer dann noch Zeit hat, stattet am Ende der Mietwagentour Arrecife einen zweiten Besuch ab.
Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote
César Manrique, der Architekt Lanzarotes
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