Kolosseum, Forum Romanum und Umgebung

Kolosseum, Forum Romanum und Umgebung - Rom Reiseführer



Rom hat sehr viele weltbekannte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Deshalb ist es ratsam, den Rom-Aufenthalt nicht zu knapp zu bemessen und mindestens vier ganze Tage einzuplanen. Gutes Schuhwerk ist unabdingbar und ein Blick auf die Vorschau der Wettervorhersage kann bedeuten, dass man besser einen Schirm dabei hat. Die besten Wetterpropheten jedoch sind Roms Schirmverkäufer. Wenn sie wie aus dem Nichts auftauchen, kann man darauf wetten, dass es in absehbarer Zeit regnen wird.

Kolosseum

Einen ganzen Tag benötigt man für das Kolosseum und seine Umgebung im Radius von 1000 Metern. Sofern man nicht zu Fuß geht, erreicht man das Kolosseum an der direkt dort gelegenen Metrostation. Falls man den Roma Pass kaufen möchte, ist dies am Tabacchi-Laden in der Metrostation (kaum Wartezeit) möglich.

Nach Verlassen der Metrostation fühlt man sich sofort wie erschlagen von dem gewaltigen Bau. In den Jahren zwischen 70 und 80 n. Chr. erbaut und mit einer Kapazität von 50.000 Zuschauern ist es das größte Amphitheater, welches je gebaut wurde. In all den Jahrhunderten hat es nichts von seiner Pracht und Schönheit verloren und ist zu Recht das Wahrzeichen Roms.

Mit dem Roma Pass ausgestattet, passiert man die langen Warteschlangen vor der Kasse in einer eigens eingerichteten Überholspur und braucht mit Glück noch nicht einmal ein Null-Euro-Ticket zu buchen. Beim Betreten des Innenraums des Kolosseums wird einem erneut bewusst, wie monumental der Bau ist. Der Boden des Innenraums ist zusammengestürzt und der Blick fällt sozusagen auf das Kellergeschoss, wo sich die Gladiatoren aufhielten.

Der Boden ist an einer Stelle mit Zement wiederhergestellt worden, was die Vorstellung erleichtert um welch große Kampfarena es sich handelte. Nach dem Erklimmen steiler antiker Treppen wird man in der oberen Etage mit einem schönen Überblick über den Innenraum und die nähere Umgebung belohnt. Weiterhin gibt es hier ein Museum, dessen Exponate und Vitrinen sich in den Gängen hinter den Zuschauerrängen befinden.

Palatin

Beim Verlassen des Kolosseums geht es links zum Konstantinsbogen. Er ist ein dreitoriger Triumphbogen, der im Jahre 315 zu Ehren des Kaisers Konstantin erbaut wurde. Der Straße am Konstantinsbogen folgend, erreicht man nach bereits 300 Metern den Zugang zum Palatin. Auch hier gibt es die Überholspur für Roma-Pass-Besitzer. Der Palatin ist einer der sieben Hügel Roms und soll der älteste bewohnte Teil der Stadt sein.

Weitläufige Grünflächen verleihen der Anlage einen parkähnlichen Charakter. Die überall verteilten antiken Bauten, zu denen auch ein privates Stadion des Kaisers gehörte, fügen sich perfekt in die Landschaft ein und an manchen Stellen fällt der Blick auf das Kolosseum oder den Petersdom in der Ferne. Die gesamte Besichtigung ist bei sonnigem Wetter eine schweißtreibende Angelegenheit. Wer möchte kann sich im klimatisierten Museum des Palatin ein wenig abkühlen. Aber auch zahlreiche Bänke laden immer wieder zur Rast ein und Trinkwasserbrunnen sorgen für die nötige Erfrischung.

Vorbei an mehreren Orangenbäumen geht es zur Panoramaplattform. Von hier fällt der Blick über das gesamte Forum Romanum und auf das Kolosseum. Auch wenn die Plattform meistens überfüllt ist, lohnt es sich, hier eine Weile zu bleiben, um den Ausblick ausgiebig zu genießen.

Forum Romanum

Direkt am Fuße des Palatin beginnt das Forum Romanum und erstreckt sich bis zum gegenüberliegenden kapitolinischen Hügel (Kapitol). Jede Stadt des Römischen Reiches hatte ein Forum, ein Zentrum des religiösen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens. Hier wurden wichtige Entscheidungen getroffen, hier fand man die mächtigen und einflussreichen Leute der Stadt. Das Forum Roms ist das älteste Forum des Römischen Reiches.

Nach Passieren des Titusbogens erreicht man nacheinander die verschiedenen religiösen, wirtschaftlichen und politischen Gebäude des Forums. Direkt unterhalb des Kapitols befindet sich der Triumphbogen Septimius-Severus und ein Ausgang des Forums.

Monumento Vittorio Emanuele II.

Nach Aufstieg der Treppen zum Kapitol erreicht man die Säule der Kapitolinischen Wölfin, die Romulus und Remus säugte. Sie steht relativ unscheinbar an einer Ecke, ist jedoch durch die von allen Seiten fotografierenden Touristen nicht zu übersehen.

Geht man nach rechts die Treppe hoch, betritt man die Rückseite des Nationaldenkmals für Viktor Emanuel II., des Monumento Vittorio Emanuele II. Nach kurzem Weg taucht plötzlich ein Café mit Aussichtsterrasse auf. Von hier ist das Kolosseum wiederum sehr gut zu sehen. Am Café links vorbei wird der gläserne Außenaufzug des Nationaldenkmals sichtbar. Die Fahrt mit dem Aufzug ist nicht im Roma Pass enthalten, aber sie ist unbedingt zu empfehlen.

Der Ausblick vom Denkmal über das Forum Romanum, das Kolosseum, die Hügel Palatin und Kapitol, die Piazza Venezia bis zur Piazza del Popolo, zum Pantheon und nicht zuletzt zum Petersdom ist wirklich einzigartig. Nach einem etwas längeren Aufenthalt kann man sich noch das Museum ansehen, sofern die italienischen Nationalhelden von Interesse sind.

Nach Verlassen des Nationaldenkmals auf demselben Weg, auf dem man es betreten hat, geht es am Fuß der Treppe nach rechts zum Kapitolsplatz. Dieser von Michelangelo entworfene trapezförmige Platz wird von zwei Palästen begrenzt, dem Senatoren- und dem Konservatorenpalast. In seiner Mitte befindet sich eine Nachbildung des Reiterstandbilds von Mark Aurel. Die offene Seite des Platzes wird von riesigen Statuen markiert. Zwischen ihnen führt eine Treppe vom Kapitol hinab auf den Vorplatz des Monumento Emanuele II, auf die Piazza Venezia.

Trajanssäule

Das Überqueren der Straßen der Piazza Venezia erfordert Geduld und zeitweise Nervenstärke. Wer jedoch zuviel Geduld hat und sich nie traut loszugehen wird hier den Rest seines Rom-Aufenthaltes verbringen. Das gilt übrigens für alle zu überquerenden Straßen in Rom. Wenn Auto- und Rollerfahrer die Angst der Fußgänger spüren, geben sie Gas. Also, mutig sein, die Straße betreten und bei einer etwas größeren Lücke vertrauensvoll und aufmerksam losgehen. Busse und LKW sind mit erhöhter Aufmerksamkeit zu beobachten.

In der Mitte des Platzes hat man den schönsten Blick auf das Nationaldenkmal. Links vom Denkmal befindet sich die Trajanssäule, eine Siegessäule für Kaiser Trajan. In der Verlängerung der Säule Richtung Kolosseum erstreckt sich das Trajansforum, direkt gegenüber dem Forum Romanum.

Geht man an der Säule links vorbei, befindet sich auf halber Höhe der dortigen Treppe rechts ein kleiner Lebensmittelladen, der immer geöffnet zu sein scheint (samstags, sonntags, feiertags). Hier kann man sich auch noch nach 22 Uhr Obst, Wasser oder Wein kaufen.

Am Ende dieses Tages winkt jedoch als Belohnung ein schönes Restaurant mit köstlichen Speisen und Getränken, um sich von den Strapazen ein wenig zu erholen.


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