Kirchen, Spanische Treppe und Trevi Brunnen
Rom ist das Zentrum der römisch-katholischen Kirche und Sitz ihres Oberhauptes, des Papstes. Auch deshalb haben Kirchen in Rom immer schon eine große Bedeutung gehabt. Um sie alle zu besichtigen, benötigt man sicherlich ein ganzes Jahr, da es mehrere hundert Kirchen in Rom gibt. Viele von ihnen haben eine besondere Bedeutung, sei es aus religiösen, künstlerischen oder bautechnischen Gründen. Der Zutritt zu den Kirchen Roms, einschließlich des Petersdoms, ist kostenlos, ganz im Gegensatz zu Venedig.
San Giovanni in Laterano
Der nächste Besichtigungstag in Rom beginnt ganz in der Nähe des Kolosseums. Östlich davon ist die Basilika San Clemente zu finden. Ihr Bau wurde im 12. Jahrhundert abgeschlossen. Sie ist dem heiligen Clemens gewidmet, dem dritten Bischof von Rom nach Petrus. Apsis und Triumphbogen im Innernen sind mit wunderschönen Mosaiken verziert. Sie gehören zu den schönsten in Rom. Hier befinden sich außerdem die Ausgrabungen mit dem Mithrasheiligtum über dem die Urkirche an dieser Stelle gebaut wurde.
Weiter in östlicher Richtung erreicht man über die Via di San Giovanni in Laterano die gleichnamige Bischofskirche des Papstes. Nicht der Petersdom sondern die Lateranbasilika ist die ranghöchste und somit bedeutendste der vier Papstbasiliken. In den Nebengebäuden befand sich hier bis zum Jahre 1309 der Sitz des Papstes bevor dieser in den Vatikan verlegt wurde. Beim Verlassen der Kirche durch den Seitenausgang fällt der Blick sofort auf einen Obelisken. Mit seinen 31 m Höhe ist er der höchste und außerdem älteste Obelisk von Rom. In der westlichen Ecke der Piazza San Giovanni in Laterano befindet sich die unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert erbaute Taufkirche.
Santa Maria Maggiore
Von San Gionvanni in Laterano kommt man über die Via Merulana in nördlicher Richtung, vorbei am Teatro Brancaccio und dem Nationalmuseum für Orientalische Kunst ("Giuseppe Tucci"), zur größten Marienkirche Roms, der Santa Maria Maggiore. Sie ist ebenfalls eine der vier Papstbasiliken und gehört außerdem zu den sieben Pilgerkirchen Roms. Der Platz vor der Kirche wird von der 42 Meter hohen Mariensäule geprägt. Weiterhin auffällig ist der mit 75 Metern höchste Campanile (Glockenturm) Roms aus dem Jahre 1377.
Das Innere der Kirche zählt zu den schönsten Kirchenräumen Roms. Wertvolle Mosaike, Deckenkassetten von Sangallo aus dem 15. Jahrhundert und kunstvolle Kosmatenfußböden aus dem 12. Jahrhundert bilden eine gelungene Komposition künstlerischer Elemente. Unterhalb des Papstaltares führt eine schmale Treppe in die Krypta zu einer überlebensgroßen betenden Statue Pius IX. Außer den Teilen einer Krippe (der Sage nach der Krippe von Bethlehem) befinden sich hier mehrere Gräber der Familie Borghese und das Grab des Architekten und Bildhauers Bernini.
Stazione Termini und Diokletiansthermen
Nordöstlich der Santa Maria Maggiore liegt der Hauptbahnhof Roms, die Stazione Termini. Ein nüchternes und modernes Gebäude mit vorgelagertem Busbahnhof, Taxiständen und einer Metrostation. Imbissbuden und Touristenläden prägen das Umfeld.
Vom Bahnhof sind es nur wenige hundert Meter bis zur Piazza della Republica. Inmitten des viel befahrenen Platzes steht der 1914 entstandene Najadenbrunnen. An dieser Stelle steht man inmitten der Diokletiansthermen, der Terme di Diocleziano. Von der Größe her übertrafen sie sogar die Caracallathermen von Rom.
Der Mittelteil der verfallenen Thermen wurde durch die nach Michelangelos Entwurf wieder aufgebaute Kirche Santa Maria degli Angeli gerettet. Michelangelo hat bei seinem Entwurf die Konstruktion der antiken Diokletiansthermen in den Grundriss einbezogen. Viele Prominente Roms sind hier begraben und die Kirche wird außerdem für offizielle staatliche Gottesdienste genutzt.
Piazza Barberini
Von der Metrostation Piazza della Republica fährt man eine Station bis zur Piazza Barberini. Sie hat ihren Namen vom angrenzenden Palazzo Barberini. In der Mitte des Platzes erhebt sich der barocke Tritonenbrunnen mit Triton, einem griechischen Gott des Meeres, unter anderem verziert mit Delphinen sowie den drei Bienen (Barberini) aus dem Wappen des Adelsgeschlechts der Barberini. Geht man zum Abzweig der Via Veneto (eigentlich: Via Vittorio Veneto) übersieht man fast den Bienen-Brunnen Berninis, die Fontana delle Api, aus dem Jahre 1644, weil es sich nur noch um einen kleinen Rest des urprünglichen Brunnens handelt.
Grusel an der Via Veneto
Folgt man der Via Veneto erhebt sich nach 100 Metern auf der rechten Seite die Kirche Santa Maria della Concezione. Die alte Kapuzinerkirche erreicht man über einen Treppenzugang. Auf halber Höhe der Treppe gibt es einen unscheinbaren Eingang zur Krypta, zum Cimitero dei Cappuccini. Die Besichtigung der Krypta ist jedoch nichts für Leute mit schwachen Nerven. Gegen Gabe einer kleinen Spende an einen Kapuzinermönch erhält man Zutritt zu einem der gruseligsten Friedhöfe, die man je gesehen hat. Der Besuch sollte gut überlegt sein. Ein Schild am Eingang weist eindringlich darauf hin.
Beim Blick in den langen, schummerigen Gang unterhalb des kleinen Eingangsfoyers steigt unwillkürlich die Spannung. Was man dann erblickt raubt einem wirklich den Atem. Alle sechs Kapellen der Gruft sind mit den Gebeinen von rund 4000 Kapuzinermönchen kunstvoll gestaltet. Ornamente, Lampen, Altäre, Wappen, Kronleuchter, alles wurde aus menschlichen Knochen hergestellt. Schädel, Schulterblätter, Rippen, Fingerknochen, Zehenknochen, Beckenknochen finden entsprechend ihrer Passform einen Platz in den darzustellenden Gegenständen. Ganze Wände aus übereinandergestapelten Totenschädeln mit kleinen Nischen in denen ganze Skelette sitzen oder liegen, und auch mumifizierte Leichenteile sind zu sehen. Die Gräber in den Böden der Kapellen wurden mit eigens aus Jerusalem beschaffter Erde bedeckt.
Das Fotografieren ist nicht erlaubt, aber der Mönch am Eingang verkauft Postkarten. Nach dem aufregenden Besuch der Krypta kann man sich während einer Besichtigung der Kapuzinerkirche wieder sammeln. Es ist wirklich nötig.
Spanische Treppe
Vor der Rückkehr zur Piazza Barberini schlendert man noch ein wenig die Via Veneto Richtung Villa Borghese hinauf und kann nachvollziehen wie sich in früheren Tagen die Stars und Sternchen des Jet-Sets an dieser breiten Prachtstraße tummelten, um gesehen zu werden und das Dolce Vita zu genießen.
Von der Piazza Barberini bis zur Spanischen Treppe fährt man eine Metrostation. Nach Verlassen der Station durch den oberen Ausgang steht man sofort auf der Piazza Trinità dei Monti mit der gleichnamigen Kirche sowie einem vorgelagerten ägyptischen Obelisken. Blickt man auf die Spanische Treppe hinunter ist man zunächst erschrocken über das Gewimmel von Menschen. Sitzend, liegend, stehend diskutieren sie oder ruhen sich einfach nur aus und machen diese Stelle Roms zu einem der beliebtesten Treffpunkte. Am Fuße der Treppe befindet sich ein kleiner Brunnen in Form eines Schiffes, der zusammen mit der Kirche, dem Obelisken und der Treppe als Motiv für täglich tausende Fotos dient.
Fontana di Trevi und Piazza Navona
Die sich dem Lauf der Treppe anschließende Via Condotti ist eine Ansammlung von den teuersten Geschäften für Mode und Schmuck. Sehen und gesehen werden lautet die Devise. Am Ende der Via Condotti biegt man links ab auf die mit vielen Geschäften gesäumte Via del Corso und erreicht nach 500 Metern die Fontana di Trevi, den Trevi-Brunnen.
Auch hier ist man zunächst erschrocken. Der relativ kleine Platz vor dem größten Brunnen von Rom ist übervoll von Menschen. Jedes freie Plätzchen ist besetzt und man hat Mühe sich den Weg zum Brunnen zu bahnen. Dann sieht man Neptun mit einem wilden und einem zahmen Pferd, umgeben von Tritonen und Muscheln, umspült von rauschendem Wasser. Viele Touristen lassen sich bei dem alten Brauch fotografieren, der eine Wiederkehr nach Rom zur Folge haben soll. Dazu wirft man mit dem Rücken zum Brunnen stehend mit der rechten (!) Hand eine Geldmünze über die linke (!) Schulter in den Brunnen.
Nach einem Kurzbesuch bzw. einer kurzen Rast in der Kirche Santi Vincenzo e Anastasio, schräg gegenüber dem Trevi-Brunnen, einer guten Stelle für ein Brunnen-Foto, geht es in westlicher Richtung, vorbei an der Piazza Colonna weiter zur Piazza Navona, einem weiteren beliebten Treffpunkt von Römern und Touristen.
Der Platz ist riesig, sodass sogar Berninis Vierströmebrunnen, die Fontana dei Quattro Fiumi, in der Mitte des rechteckigen Platzes etwas verloren scheint. Nord- und Südseite der Piazza Navona werden vom Neptunbrunnen und der Fontana del Moro begrenzt. Auf der Höhe des Vierströmebrunnens befindet sich die Kirche San Agnese in Agone und daneben der Palazzo Pamphili. Auf der anderen Seite reihen sich Cafés mit Außengastronomie aneinander. Maler, Karikaturisten, Musiker und Händler bevölkern den Mittelteil des Platzes und hoffen auf das Geschäft des Tages.
Largo di Torre Argentina und Il Gesù
Wer jetzt noch fit ist, macht den Abstecher zum Platz Largo di Torre Argentina. Sein Heiliger Bezirk liegt etwas unterhalb des heutigen Straßenniveaus und besteht aus einer nicht zugänglichen Tempelanlage. Diese ist jedoch einfach von oben einzusehen. Von hier sind es nur wenige Schritte bis zur Kirche Il Gesù, der Mutterkirche des Jesuitenordens. Die Pracht des mit Gold ausgestatteten Innenraums, die Deckenfreskos und der größte jemals gefunden Lapislazuli in Form einer Erdkugel sind Gründe genug diese sehenswerte Kirche zu besuchen.
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