Ein halber Tag zum Abschied nehmen



Wer im historischen Viertel wohnt und bis zum Rückflug nach Hause oder aus anderen Gründen einen halben Tag Zeit hat, kann diesen mit einem schönen Spaziergang nutzen. Zunächst geht oder fährt man zum Quirinalshügel im Stadtteil Trevi. Von der Metrostation Barberini-Fontana di Trevi erreicht man ihn in zwei Minuten zu Fuß in südlicher Richtung. Der Quirinalshügel zählt zu den berühmten sieben Hügeln des antiken Rom. Beim Weg hinauf auf den 57 m hohen Hügel fallen viele schöne Stadtvillen auf. Das Wohnviertel auf und um den Quirinalshügel wurde früher gerne als Wohnsitz der Reichen von Rom genutzt.

Amtssitz des Präsidenten

An der Piazza del Quirinale fällt der Blick über die Dächer von Rom direkt auf die Kuppel des Petersdoms. Viele Bänke laden zum kurzen Verweilen ein. Neben der Aussichtsterrasse findet man auf der Piazza del Quirinale den Dioskurenbrunnen und einen Obelisken. Auf der bebauten Seite des Platzes steht der Palazzo della Consulta, der Sitz des Verfassungsgerichts und der Quirinalspalast. Diese frühere Residenz des Königs von Italien dient heute als Dienstsitz des Präsidenten der Republik Italien.

Bernini und sein Schüler

Nicht weit von der Piazza del Quirinale entfernt erreicht man an der Via del Quirinale die Kirche Sant' Andrea al Quirinale. Diese von Bernini im 17. Jahrhundert erbaute Jesuiten-Kirche hat als Besonderheit einen ovalen Grundriss, welcher besonders im Inneren der Kirche auffällt.

Nicht weit entfernt gelangt man zur Kirche San Carlo alle Quattro Fontane. Die Kirche verdankt ihren Namen vier Brunnen, die sich an ihrer Straßenkreuzung befinden. Sie wurde ebenfalls im 17. Jahrhundert erbaut, jedoch von Francesco Borromini, einem ehemaligen Mitarbeiter von Bernini. Man kann diese beiden Kirchen als Konkurrenzbauwerke zweier begnadeter Baumeister sehen.

Besonders auffallend in San Carlo alle Quattro Fontane ist der ganz in weiß gehaltene Innenraum und die Beichtstühle mit Freimaurersymbolen. Durch ein kleinen Zugang im vorderen rechten Teil des Innenraums gelangt man zum alten Teil der Kirche mit gut erhaltenen Wandgemälden. Geheimnisvoll geht es auf dunklen Wegen weiter, vorbei an weiteren Kunstwerken abwärts zur allerdings schmucklosen Krypta. Ein lohnenswerter Kirchenbesuch mit kleinen Überraschungen.

Basilika Santa Prassede

Weiter geht es zum kleinsten der sieben römischen Hügel, dem Viminal, südöstlich vom Quirinal gelegen. Auf der Piazza del Viminale befindet sich im Palazzo del Viminale das Innenministerium Italiens. Der dem Palazzo vorgelagerte schöne Brunnen und die umliegenden Sitzgelegenheiten laden zur kurzen Rast ein.

Ein Muss für Kunst- und Kirchenfreunde ist der Besuch der Basilika Santa Prassede. Sie liegt auf dem Esquilin, einem weiteren der sieben Hügel Roms, südöstlich vom Viminale gelegen. Santa Prassede ist vor allem wegen ihrer unvergleichlichen Mosaiken berühmt geworden. Sie hat außerdem den ältesten Glockenturm Roms (11. Jahrhundert) und gilt als Meisterwerk byzantinischer Kunst.

Abschied im Park

Auf der Via Merulana fällt ein besonderer Bäcker auf. Bei Panella L'Arte del Pane wird selbst das Backen als Kunst verstanden. Die in den Schaufenstern ausgestellten Backwaren sprechen für sich. Ein Besuch lohnt sich. Die Backwaren und der Kaffee schmecken köstlich und sind wider Erwarten auch bezahlbar.

Nach rechts abbiegend kommt man über die Via Mecenate zum Parco di Collo Oppio. Sollte es die Zeit erlauben, sucht man sich eine schöne Parkbank mit Blick auf das Kolosseum. Ein idealer Ort mit passender Kulisse zum Abschied nehmen von Rom.


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